Renaissance der Regionalität

Wie sich die Landwirtschaft die Lehren aus der Coronakrise zunutze machen kann

FRANKFURT – 9. Juli 2020.
Umbruchstimmung in der deutschen Lebensmittelwirtschaft: Die Hamsterkäufe während der Coronakrise verursachten zwischenzeitlich erhebliche Lieferschwierigkeiten bei einzelnen Konsumgütern. Lieferketten waren unterbrochen oder brachen sogar komplett zusammen. Wissenschaftlerin Dalia Marin spitzte den Zustand auf das Ende des „Hyperglobalisierungszeitalters“ zu. Warum regionale Wertschöpfungsketten nicht nur in Krisenzeiten sinnvoll sind und wie sie aufgebaut werden können, erklärt Barbara Baarsma, Vorsitzende des lokalen Verwaltungsrates der Rabobank in Amsterdam.

Globale Lieferketten auf dem Prüfstand

Plötzlich fehlte das Mehl im Supermarktregal. Auch Nudeln und frische Hefe suchte man vergeblich: Zu Beginn der Coronakrise war der Ansturm auf bestimmte Lebensmittel groß. Laut der RaboDirect Sparstudie vom April 2020 kaufte jeder vierte Deutsche deutlich mehr ein als vor Ausbruch der Pandemie. Grundsätzlich in Gefahr geriet die Versorgung zwar nicht, doch Corona deckte ihre Schwachstellen auf. Wie können stabile Produktions- und Lieferketten auch in Krisenzeiten garantiert werden? Und ist es noch zeitgemäß, dass hierzulande angebaute Lebensmittel erst eine halbe Weltreise antreten, bevor sie schließlich fertig verarbeitet, gewaschen und verpackt wieder in einem deutschen Supermarkt ankommen?

Kartoffelernte in der Coronazeit

Rabobank stärkt regionale Erzeuger

Die Macht der Globalisierung war bislang nahezu grenzenlos. Enorme Mengen an Lebensmitteln werden von Land zu Land transportiert, die logistischen Versorgungsketten sind straff organisiert. Viele Bauern können jedoch mit dem internationalen Angebot nicht mithalten. „Ein einzelner landwirtschaftlicher Betrieb kann nur vergleichsweise wenig produzieren, eine eigenständige Vermarktung wäre nicht rentabel“, erläutert Baarsma. „Bauen Produzenten unterschiedlicher Produkte (wie z. B. Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln) oder auch Viehzüchter jedoch eigene konsolidierte Lieferketten für ihren regionalen Markt auf, können sie gemeinsam die kritische Masse erreichen.“ Landwirte hätten dann die Wahl zwischen dem Verkauf ihrer Produkte über die konventionelle internationale Lieferkette oder einer alternativen regionalen Vermarktung. Für diese neue Handlungsfähigkeit der Bauern entwickelt die Rabobank Amsterdam ein nationales Online-Portal, das zwischen holländischen Produzenten und Abnehmern vermittelt. Landwirte bieten hier ihre gesamte Produktpalette an – von Obst und Gemüse bis hin zu Fleisch oder Milchprodukten. Die dadurch erzielbare höhere Gewinnmarge ermöglicht den Erzeugern, mehr in nachhaltige Produktionsmethoden zu investieren.

Lebensmittelsicherheit durch lokale Produktion

Die Rückbesinnung auf die Regionalität von Produktion und Handel stärkt nicht nur lokale Wirtschaftsstrukturen, sie trägt auch zur Lebensmittelsicherheit bei. Zwar hat ein System mit Lebensmittelimporten und -exporten seine klare Berechtigung. „Doch wir haben gerade die Verwundbarkeit hochgradig globalisierter Lebensmittelversorgungsketten in einer Krise erlebt“, erklärt Baarsma. „Wenn wir als Konsequenz jetzt das Gesamtsystem um kürzere Lieferketten ergänzen, können wir die Sicherheit unserer Lebensmittelversorgung auch in Ausnahmesituationen besser gewährleisten.“ Als Bank mit Wurzeln im Agrarsektor setzt sich die Rabobank seit vielen Jahren für die globale Nahrungsmittelsicherheit ein, die bis 2050 endgültig weltweit erreicht werden soll. Dafür vergibt die Genossenschaftsbank über die Rabo Foundation Darlehen, vor allem an  Kleinbauern aus Zweit- und Drittweltländern, klärt mithilfe ihrer Direktbankenmarke RaboDirect mit Projekten wie School Lunch oder WERTvoll macht Schule über den Wert von Lebensmitteln auf und unterstützt in Zeiten von Corona die lokale Gastronomie über RaboDirectHilft.de bei der direkten Liquiditätsgenerierung.

Pressekontakt

Havas Hamburg GmbH
Assana Jensen
Tel.: +49 (0) 404 3175 123
E-Mail: Assana.Jensen@havas.com

Über RaboDirect Deutschland

RaboDirect Deutschland ist ein Geschäftsbereich der deutschen Zweigniederlassung der Coöperatieve Rabobank U.A., einer holländischen Bankengruppe mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Direktbankgeschäft wurde im Juni 2012 als neuer Geschäftsbereich der Zweigniederlassung Frankfurt gegründet und ist auf Sparprodukte für Privatkunden spezialisiert. Im Firmenkundengeschäft ist die deutsche Zweigniederlassung der 1898 als Genossenschaftsbank gegründeten Rabobank Gruppe bereits seit 1984 als Spezialist für Finanzierungen im Agrar- und Nahrungsmittelsektor tätig. Die Rabobank Gruppe ist einer der größten Finanzdienstleister der Niederlande. Inzwischen ist die Bank in 40 Ländern mit nahezu 9,5 Millionen Kunden und über 43.800 Mitarbeitern vertreten und verfügt über Einlagen von mehr als 342 Milliarden Euro (Stand 2019). Weitere Informationen im Internet auf www.rabodirect.de und www.rabobank.com.

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